Haugeneder Max 11.09.2010

Republikaner-Kreisrat brennt ab


Feuer vernichtet Wohnhaus von Max Haugeneder - Vor einem Jahr erst wurde die Tochter von Brand heimgesucht




Von Christoph Seidl (PNP)

Rehberg. „Schlimm“, sagt Max Haugeneder knapp und schüttelt den Kopf. Der Schrecken steht dem 62-Jährigen gestern noch ins Gesicht geschrieben - in der Nacht zuvor ist der Bauernhof des langjährigen Republikaner-Kreisrates in Rehberg ein Opfer der Flammen geworden.
Es ist noch unklar, wie es zu dem Inferno gekommen ist, bei dem der Dachstuhl des über 100 Jahre alten überwiegend hölzernen Hauses und eines neueren, gemauerten Anbaus vollständig abbrannte und auch das übrige Gebäude - unter anderem durch eine erhebliche Menge Löschwasser - massiv beschädigt wurde. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war das Feuer am Samstagabend um 20.50 Uhr im Zimmer des 37-jährigen Sohnes von Haugeneder im ersten Stock ausgebrochen. Nach einer ersten Schätzung der Ermittler beträgt der Schaden über 100 000 Euro. Ein Betrag, der Haugeneder selbst als zu niedrig angesetzt erscheint. „Wir haben in den letzten Jahren immer wieder viel Geld in das Haus hingesteckt.“

Feuerwehr entdeckt Rauchschwaden

Es war dem Brandleider zufolge ein örtlicher Feuerwehrmann, der den Brand entdeckt hatte - die Familie selbst war nicht zuhause: Christoph Geier war auf der Rückfahrt von einer Übung und hatte dabei bemerkte, wie aus zwei Fenstern im Obergeschoss des Anwesens, das in der vierten Generation den Haugeneders gehört, dichter Rauch drang. „Da ist er gleich zurückgefahren und hat Alarm ausgelöst“, so Haugeneder, der sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich bei der Feuerwehr bedankt, die durch ihr rasches und beherztes Eingreifen Schlimmeres verhindert habe. Denn nur fünf Meter vom Wohnhaus entfernt befindet sich der Stall des Hofes, in dem 60 Rundballen Heu gelagert sind - die gesamte Ernte. „Das hätte gebrannt wie Zunder“, ist der 62-Jährige überzeugt. Die Tiere des Betriebs mit Mutterkuh-Haltung befanden sich zum Glück auf der Weide.
Weil auch die Nachbaranwesen in der engen Dorfstraße nicht weit entfernt standen, galten die Löscharbeiten als schwierig. Insgesamt acht Feuerwehren mit gut 120 Mann - neben Rehberg kamen die Einsatzkräfte aus Grainet, Fürholz, Vorderfreundorf, Winkelbrunn, Freyung, Hinterschmiding und Herzogsreut - waren vor Ort. Groß war zu Beginn der Löscharbeiten die Sorge, dass sich noch Personen in dem Haus befanden, wie Kreisbrandrat Klaus Fehler berichtet, der selbst vor Ort war und sich zufrieden mit dem Einsatz zeigt. „Wir haben immer wieder drinnen nachgeschaut, ob jemand zu finden ist.“ Doch Vater und Sohn waren, wie sich später herausgestellt hat, schon eine Stunde zuvor zum Ausgehen in die Skialm Dickenbüchl aufgebrochen. Als sie dann gegen 23 Uhr zu einem Treffen des Sparvereins Ensmannsreut kamen, berichteten ihnen die Stammtisch-Kameraden schon von dem Großbrand. „Da hätte ich fast einen Herzinfarkt bekommen“, meint Haugeneder.
Denn es ist nicht der erste Schicksalsschlag dieser Art: Im vergangenen Jahr war die Familie bereits von einem schweren Brand heimgesucht worden - das Haus der Tochter Haugeneders und ihrer sechsköpfigen Familie in Schlößbach war im Juni 2009 ein Raub von Flammen geworden (PNP berichtete).
Weil die Ursache des Feuers unklar war, haben Beamte des Kriminaldauerdienstes der Kripo Passau noch in der Brandnacht vor Ort ermittelt - und zwar in alle Richtungen. „Die haben mich gefragt, ob ich Feinde habe. Ich glaube aber nicht, dass da so etwas dahinter stecken könnte“, meint Haugeneder, der seit drei Legislaturperioden für die Republikaner im Kreistag sitzt und durchaus als streitbar gilt.
Die weiteren Ermittlungen zur Klärung der Brandursache werden vom zuständigen Fachkommissariat geführt, heute soll sich dem Vernehmen nach ein Experte vor Ort ein Bild von der Lage machen.

Bilder